Inter-generationelle betreuung
kinder und menschen mit demenz unter einem dach
In der KiTa LUUSZAPFE erleben Kinder ab 3 Jahren in der Gruppe «Spielmüüs» etwas Besonderes: Sie verbringen ihren Alltag gemeinsam mit den Bewohnenden der Demenzwohngruppe im angrenzenden Emmenfeld Betagtenzentrum der BZE AG. Singen, spielen, basteln, essen – all das findet in den grosszügigen Räumlichkeiten der Wohngruppe statt. Unser intergenerationelles Projekt ist schweizweit einzigartig: Kinder und Menschen mit Demenz teilen nicht nur einzelne Begegnungsmomente, sondern ihren gesamten Tagesablauf. Von morgens bis zum Zvieri sind die Kinder ein selbstverständlicher Teil des Lebens auf der Wohngruppe – und die Bewohnenden ein selbstverständlicher Teil der Kindheit.
Das macht unser Projekt besonders
Alltag statt Besuch
Die Kinder sind keine Gäste in der Wohngruppe – sie gehören dazu. Der Alltag findet in den Räumlichkeiten der Demenzwohngruppe statt: in der Küche, im Spielzimmer, im Garten, beim gemeinsamen Singkreis. Diese Regelmässigkeit und Selbstverständlichkeit macht den Unterschied. Trotzdem sind getrennte Räume vorhanden.
Geschützter Rahmen mit viel Raum
Die Wohngruppe bietet optimale Voraussetzungen: grosszügige, helle Räume, ein Garten mit Barfusspfad und viele Rückzugsmöglichkeiten – sowohl für Kinder als auch für Bewohnende. Jeder darf sein, wie er ist.
Fachlich fundiert begleitet
Unser Projekt wird von Fachpersonen aus Pädagogik, Gerontologie und Demenzpflege begleitet. Die Teams von KiTa und Pflege wurden gemeinsam geschult und arbeiten eng zusammen. Die Gemeinde Emmen, die Organisation Fokus frühe Kindheit, Alzheimer Luzern und die Hochschule Luzern haben das Projekt unterstützt.
Das bringt es ihrem Kind
Kinder lernen bei uns auf natürliche Weise, was Alter bedeutet – in all seinen Facetten. Sie erleben, dass Menschen unterschiedlich sind, unterschiedliche Bedürfnisse haben und dass das völlig in Ordnung ist.
Empathie und Achtsamkeit
Die Kinder entwickeln ein feines Gespür für die Bedürfnisse anderer. Sie lernen, Rücksicht zu nehmen, ohne dass ihnen etwas aufgezwungen wird. Das geschieht ganz nebenbei, im Alltag.
Umgang mit Emotionen
Kindliche Gefühle von Freude bis Trauer haben Platz und werden pädagogisch begleitet. Wir tabuisieren Themen wie Abschied und Tod nicht, sondern begleiten diese feinfühlig. Unsere Fachpersonen sind dafür ausgebildet, den Kindern eine altersgerechte Antwort auf ihre Fragen zu geben. Zudem kommunizieren alle Fachpersonen einheitlich, um den Kindern Sicherheit zu vermitteln.
Selbstverständlichkeit statt Berührungsängste
Eltern berichten uns, dass ihre Kinder offener auf ältere Menschen zugehen – auch ausserhalb der KiTa. Die Begegnung mit den Bewohnenden wird für sie zur Normalität.
„So ein Gebiss hätte ich auch gerne, dann wäre Zähneputzen viel einfacher.“
wie sieht der tag aus?
Morgen
Die Kinder kommen in der KiTa LUUSZAPFE an. Hier beginnt der Tag. Um ca. 07.45 Uhr spaziert die Gruppe von der KiTa in die Wohngruppe. Freispiel, Basteln oder draussen im Garten. Um 11 Uhr treffen sich Bewohnende und Kinder zum gemeinsamen Singkreis.
Mittag
Die Kinder essen in der KiTa-Küche in der Wohngruppe, die Bewohnenden im angrenzenden Essbereich. Beide Gruppen sind durch eine Glasscheibe sichtbar füreinander – nah und doch mit Distanz für Ruhe und Sicherheit. Die Scheibe kann situativ geöffnet oder geschlossen werden.
Nachmittag
Nach der Mittagspause gibt es Geschichten, Basteln, Spielen – oder einfach dabei sein, wenn auf der Wohngruppe Musik gemacht wird oder Besuch kommt. Nach dem Zvieri geht es zurück in die Räumlichkeiten der KiTa LUUSZAPFE, wo der Betreuungstag zu Ende geht.
ist mein kind dafür geeignet?
Ab 3 Jahren
Unser Projekt richtet sich mit der Gruppe «Spielmüüs» an Kinder ab 3 Jahren bis zum Kindergarten. In diesem Alter können Kinder die Situation verstehen, sich mitteilen und sich bei Bedarf zurückziehen.
Rückzugsmöglichkeiten
Wenn ein Kind nicht mag oder es ihm zu viel wird, kann es sich jederzeit zurückziehen. Dies immer in Begleitung von einer Fachperson, damit kein Kind alleine gelassen wird. Gleiches gilt für die Bewohnenden.
Feinfühligkeit als Grundlage
Unsere Fachpersonen sind geschult darin, die Bedürfnisse der Kinder zu erkennen und feinfühlig darauf zu reagieren. Das ist die Grundlage für eine sichere Beziehung und eine gesunde Entwicklung.
Transparenz für Eltern
Wir kommunizieren offen, was Ihr Kind erlebt. Bei Fragen oder Unsicherheiten stehen wir jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung.
das sagen fachpersonen zur intergenerationellen Betreuung
„Ich habe die Räumlichkeiten und Sequenzen gesehen, das Konzept geprüft und die Mitarbeitenden befragt. Im Rahmen dieser Gespräche habe ich eine hohe Feinfühligkeit, eine hohe Motivation und grosse Freude für diese Tätigkeit festgestellt. Ich finde das Projekt toll und kann auch fachlich dahinterstehen.“
„Das Projekt ist eine gegenseitige Bereicherung. Kinder lernen auf natürliche Art, was Alter bedeutet. Und die Demenzbetroffenen haben mit den Kindern wache Momente – sie bewegen sich anders, sie reagieren anders. Es weckt einen elterlichen Instinkt in ihnen.“
„Es lohnt sich, den Mut zu haben. Die Zusammenarbeit war genial. Das Projekt zeichnet die Gemeinde Emmen aus – neue Wege zu gehen und gewisse Risiken mitzutragen.“
sie möchten mehr erfahren?
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Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
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Die Sorge ist unbegründet. Die fachliche Begleitung durch «Fokus frühe Kindheit» hat bestätigt, dass das Team mit grosser Feinfühligkeit und Motivation beteiligt ist. Die Betreuungspersonen erkennen frühzeitig, wenn ein Kind gestresst ist oder sich zurückziehen möchte. Die Kinder haben jederzeit Rückzugsmöglichkeiten in ihre eigenen Räume.
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Kinder können von den Bewohnenden nicht nur Fertigkeiten wie Malen oder Schneiden lernen. Sie lernen auf natürliche Weise den Umgang mit Alter, Krankheit und den Themen, die das Alter mit sich bringen in einem professionell begleiteten Rahmen. Sie profitieren von der reichen Lebenserfahrung der Betagten und deren Geschichten aus der Vergangenheit. Sie entwickeln Empathie und Offenheit gegenüber älteren Menschen. Eltern berichten, dass ihre Kinder nach dem Projekt offener auf ältere Menschen reagieren. Die Kinder wachsen mit einem selbstverständlichen, respektvollen Umgang mit verschiedenen Lebensphasen auf.
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Das KiTa-Team wurde von Alzheimer Luzern geschult und kennt die Bedürfnisse und Verhaltensweisen von demenzbetroffenen Menschen gut. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Wohngruppe sind dem Team vertraut. Wenn Kinder Fragen haben oder etwas beobachten, das sie beschäftigt, wird dies feinfühlig und altersgerecht besprochen – individuell, nicht in der Gruppe. Tabuisierte Themen wie Trauer, Tod oder ungewöhnliches Verhalten werden natürlich und kindgerecht aufgegriffen, etwa durch Bilderbücher über Demenz. Es besteht auch ein enger Abgleich zwischen Pflege und Kita bzgl. anspruchsvoller Situationen. Der Besuch der Kinder wird dann situativ ausgesetzt.
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Die Altersbeschränkung auf Kinder ab drei Jahren wurde bewusst gewählt und von der fachlichen Begleitung als wichtig bestätigt. Ab diesem Alter können Kinder die Situationen besser einordnen, und ihr Erinnerungsvermögen ermöglicht es ihnen, Beziehungen zu den Bewohnerinnen und Bewohner aufzubauen. Ab drei Jahren können sich Kinder verbal mitteilen und sich gut verständigen, was eine wichtige Voraussetzung darstellt. Jüngere Kinder werden in der KiTa LUUSZAPFE betreut.
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Das Thema Tod und Endlichkeit wird im Projekt nicht ausgeblendet, sondern altersgerecht behandelt. Wenn absehbar ist, dass der Bestatter kommt, hält sich die KiTa-Gruppe fern. Sollten Kinder dennoch etwas mitbekommen oder Fragen haben, werden diese individuell und feinfühlig beantwortet – mit Unterstützung durch Bilderbücher und pädagogische Materialien.
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Der Kontakt findet regelmässig und in denselben Räumlichkeiten statt – das ist wichtig, damit Kinder und Bewohnerinnen und Bewohner einander zuordnen und Beziehungen aufbauen können. Die Kinder verbringen einen Teil ihres KiTa-Alltags auf der Wohngruppe, etwa beim gemeinsamen Singen im Garten oder beim Spielen in den gemeinsam genutzten Räumen.
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Ja, sehr. Die Bewohnerinnen und Bewohner haben sichtlich Freude an den Kindern. Einige kennen die Namen der Kinder, helfen gerne mit, trösten weinende Kinder oder kommen einfach schauen, was los ist. Die Kinder bringen Abwechslung und Leben in den Alltag der Wohngruppe und wecken bei den Bewohnerinnen und Bewohner oft wache Momente und elterliche Instinkte. Der Mensch möchte gebraucht werden – und das erleben die Bewohnerinnen und Bewohner durch die Kinder.
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Dieses Projekt ist schweizweit und international in dieser Form einzigartig. Es gibt intergenerative Konzepte, bei denen KiTa und Altersheim nebeneinander existieren und punktuell gemeinsame Aktivitäten stattfinden – aber die intensive, tägliche Begegnung in gemeinsam genutzten Räumen, wie sie hier gelebt wird, ist neu.
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Viele Eltern kommen zur BZE AG, weil sie die Nähe zum Betagtenzentrum und das intergenerative Konzept schätzen. Ihr Kind profitiert von einer besonderen Form der frühkindlichen Bildung, die über klassische KiTa-Inhalte hinausgeht: Es lernt Empathie, Achtsamkeit und den selbstverständlichen Umgang mit verschiedenen Lebensphasen – Werte, die in unserer Gesellschaft oft zu wenig Beachtung geschenkt wird. Zudem ist die Betreuungsqualität hoch, die Teams arbeiten eng und professionell zusammen und das Projekt wird wissenschaftlich begleitet.
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Ja. Die Gemeinde Emmen hat als bewilligende Behörde Auflagen erteilt, die erfüllt werden mussten. Dazu gehörte die externe fachliche Begleitung durch Fokus frühe Kindheit, die das pädagogische Konzept evaluiert und die Mitarbeitenden befragt hat. Auch Alzheimer Luzern hat beide Teams geschult und fachlich begleitet. Im Dezember 2025 wurde die Betriebsbewilligung erteilt.